Eine Fläche stellt Denken in den Mittelpunkt

Denkfläche - so heißt der Coworking-Space der Stadtwerke Düsseldorf. Lina Maria Kotschedoff ist die Community und Startup Managerin bei der Denkfläche und wir haben mit ihr über das Projekt, Coworking Spaces und Startups gesprochen.

1. Warum machen die Stadtwerke Düsseldorf ein eigenes Coworking?
Die Stadtwerke Düsseldorf sind der Infrastrukturdienstleister der Stadt. Ein Coworking-Space ist Teil einer modernen Arbeitsinfrastruktur. Wir schaffen mit der Denkfläche also ein Angebot für junge Unternehmen, Freelancer, digitale Nomaden und temporäre Teams, die einen Raum benötigen, in dem sie „outside the box“ denken können.

2. Welchen Stellenwert hat das Thema Innovation/ Digitalisierung für die SWD?
Einen äußerst hohen! Die Digitalisierung prägt die Stadtwerke zunehmend und schafft Möglichkeiten für neues und herkömmliches Geschäft. Das Thema Innovation liegt quasi in unserer DNA. Immer schon gehörte es zu unseren Aufgaben, Düsseldorf noch lebens- und liebenswerter zu machen. Früher waren es beispielsweise schmutzige Brunnen und dunkle Straßen, die den Bürgern Probleme bereitet haben, und wir entwickelten Lösungen. Heute sind es Themen, wie zum Beispiel umweltfreundliche Mobilität, das Gelingen der Klimaschutzziele oder das Schaffen neuer Arbeitsformen. Man kann wohl sagen, dass die Themen Digitalisierung und Innovation grundlegend für uns sind.

3. Woher kommt der Name?
Das ist eine gute Frage! Wir haben uns mit unterschiedlichen Namen auseinandergesetzt. Klar war: Wir wollten einen deutschen Namen. Dann haben wir überlegt, mit welchem Namen wir die Philosophie und den Anspruch einer modernen und inspirierenden Arbeitswelt beschreiben können. Schnell kamen wir zu dem Ergebnis, dass das Denken im Mittelpunkt steht, und wir mit der Denkfläche eine ideale Fläche dafür geschaffen haben.

4. Was sind deine Ziele mit der Denkfläche?
Mein Ziel ist es, auf der einen Seite eine lebendige Community in der Denkfläche zu schaffen, die sich untereinander beflügelt, im Austausch mit den Stadtwerkern aber auch Mehrwerte für beide Seiten schafft. Und dieser Austausch findet tatsächlich statt – was mich sehr freut. Auf der anderen Seite ist die Denkfläche für uns der Auftakt zu einem neuen Geschäftsmodell.

5. Was treibt dich an?
Ich bin aus Überzeugung Netzwerkerin und Dienstleisterin. Das Zusammenbringen von Menschen, die sich sonst nicht begegnet wären, macht mir Spaß. Meine Motivation ziehe ich aus den positiven Rückmeldungen meiner Community und dem Glauben an die Grundwerte des Coworking.

6. Welche waren die größten Meilensteine der Denkfläche? Welche Herausforderungen gab es?
Die größten Meilensteine waren sicherlich der Kommunikationsstart und die Eröffnung. Eine Auslastung der Denkfläche mit den richtigen Menschen zu schaffen, ist eine große Herausforderung, die immer noch anhält. Denn ich muss schnell und flexibel auf Veränderungen in der Community reagieren. Coworking bietet dem Coworker ein großes Maß an Flexibilität - und das ist auch gut so. Im Umkehrschluss heißt das aber auch, dass ich mich gleichzeitig um die aktuellen Coworker und potenzielle Neukunden bemühen muss. Eine konsequente Präsenz am „Point of Interest“ potenzieller Coworker ist ein Schlüsselfaktor.

7. Was hat die Denkfläche zu bieten, bzw. was gibt es alles?
Die Denkfläche bietet vier unterschiedliche Leistungspakete: Easy Desk, Flex Desk, Fix Desk und Teambüros. Allen gleich ist der 24/7 Zugang, der Zugang zum Internet, eine Kaffee-, Wasser- und Druckflat sowie ein Locker. Die Leistungspakete unterscheiden sich in der Art des Arbeitsplatzes. Außerdem organisieren wir unterschiedliche Community-Treffen, bei denen Coworker auch mit den Mitarbietern der Stadtwerke Düsseldorf zusammenkommen.

8. Was ist der Unterschied zu anderen Coworking-Spaces?
Die Nähe zu einem Unternehmen mit über 150 Jahren Expertise und kurze Wege. Ebenso profitieren die Coworker von der bestehenden Infrastruktur der Stadtwerke Düsseldorf. Sie können beispielsweise die Kantine oder die Hausdruckerei mit ihrem breiten Angebot nutzen.

9. Wer sitzt bei euch? Erzähle uns eure Startup-Erfolgsgeschichten!
Derzeit haben wir auf unseren knapp 200 Quadratmetern 17 Unternehmen sitzen. Hier findet man Startups, Freelancer und temporäre Teams aus Unternehmen, die einen Raum für Innovation suchen. Für alle Erfolgsgeschichten sind die von der bimanu GmbH, der Spherity GmbH und OCEANDESIGN exemplarisch zu sehen.

Alex bezog am 15. August 2018 als erste Coworkerin ihren Platz in der Denkfläche. Als überzeugte Freiberuflerin suchte sie eigentlich nur eine Alternative zu ihrem Home-Office. Jetzt, ein Jahr später, hat sie mit einem Coworking-Kollegen OCEANDESIGN gegründet, im Oktober stellt sie ihre erste feste Mitarbeiterin ein und arbeitet in unterschiedlichen Projekten mit den Stadtwerken zusammen. OCEANDESIGN steht für atemberaubende Präsentationen und zielgerichtete Kommunikationsmodelle, die die Empfänger erreichen und mitreißen,
Speaker und Absender unterstützen und im Gedächtnis bleiben. Sie sagt selber, dass sie diesen Weg nicht vorhergesehen hat und vor allem der Austausch in der Denkflächen-Community richtungsweisend war.

Swen, Co-Founder der bimanu GmbH, ist seit Januar 2019 mit seinem Team in der Denkfläche und hat sich vom IT-Beratungsunternehmen zu einem Cloud-Solution-Anbieter für den deutschen Mittelstand entwickelt. Im Frühsommer gründeten er und sein Team die bimanu Cloud Solutions GmbH. Sie helfen nun Unternehmen, aus ihren strukturierten und unstrukturierten Daten, einfache Entscheidungsvorlagen und Steuerungselemente zu entwickeln - mit nachhaltigem Erfolg für die Unternehmen.

Unser Startup Spherity GmbH ist seit Oktober 2018 in der Denkfläche. Von Beginn an nutzte das Team die Möglichkeit, seinen Arbeitsraum dem jeweiligen Arbeitsplatzbedarf anzupassen. Das Spherity-Team beschäftigt sich mit digitalen Identitäten für Industry 4.0 auf Basis von neusten Internet Standards und Blockchain. Es baut eine Plattform, damit sich Unternehmen mit ihren vorhandenen Systemen mit dezentralen Netzwerken verknüpfen können. Der Fokus liegt auf Mobilität, Energie und Supply Chain. 2019 war bisher ein erfolgreiches Jahr, in dem Spherity große Kunden aus den Bereichen OEMs, Pharmazie und weiteren Transportbereichen von sich überzeugte. Im Herbst 2019 wird das Startup einen großen Investor, den es gewinnen konnte, nach außen kommunizieren. Gearbeitet wird in einem dezentralen Team, das über ganz Europa verteilt ist, und mit der Denkfläche seine Düsseldorfer Homebase gefunden hat.

10. Wie beurteilst du die Startup-Szene in Düsseldorf?
Die Entwicklungen der vergangenen Jahre haben Düsseldorf zu einer lebendigen Startup-Szene gemacht. Ich persönlich finde es spannend zu beobachten, dass Düsseldorf für junge Gründer in der Ideenphase wie auch für Startups auf dem Wachstumspfad die richtigen Angebote schafft. Schön ist, dass die Startup-Szene in Düsseldorf sich zu einem städteübergreifenden Ökosystem entwickelt. Formate wie der Digital Demo Day und der Ruhr Summit sind nur einige Beispiele, die zeigen, dass die Startups der Region durchaus auf internationalem Parkett zu Hause sein können. Für die Zukunft wünsche ich mir, dass Düsseldorf Heimat vieler innovativer Startups mit digitalen Geschäftsmodellen und B2B Lösungen für den starken Mittelstand unserer Region wird.

Danke für das Interview, liebe Lina!

Mehr Infos zur Denkfläche findet ihr unter denkflaeche.de. #welovedenkflaeche

Ihr wollt die Denkfläche oder Lina persönlich vor Ort kennen lernen? Dann kommt zu unserem Ignition & friends breakfast #19 am 12.11.19.