"Einfach machen"

Das ist das Motto von Zerrin Börcek, der Gründerin des fe:male Innovation Hub in Düsseldorf. Sie hat eine sehr optimistische Lebenseinstellung und hegt eine Leidenschaft für Technik, die sie anderen Frauen näherbringen möchte.

Nach ihrem Studium der Technik-Kommunikation an der RWTH in Aachen arbeitete sie als Projekt- und Teamleiterin bei großen Konzernen. 2016 beschloss sie, sich hauptberuflich selbstständig zu machen und Frauen eine Plattform zu bieten, die auch den Weg in die Gründung beschreiten möchten. Im Interview erklärt sie, wie sie auf die Idee des fe:male Innovation Hub kam und wie der Hub Frauen unterstützt.

1. Wenn du eine Sache auf der Welt verändern dürftest: Was wäre das?
Ich wünsche mir Persönlichkeiten, die als Entscheider, Mutmacher und Vernetzer agieren und eine neue Wertekultur schaffen.

2. Wie kamst du auf die Idee des fe:male Innovation Hub?
Mein erster Zugang in die Startup-Welt war der sechste Gründerstammtisch von StartupDorf e. V., auf welchem ich Philipp Bohne, den Gründer von HierBeiDir.com, kennenlernte. Ich begleitete das HierBeiDir-Team als Mentorin und erkannte durch das Coaching, wie wichtig es ist, Persönlichkeiten voranzubringen.
Der zweite und entscheidende Faktor war meine Beobachtung, dass im digitalen Zeitalter neue Arbeitsmodelle sowie -strukturen entwickelt werden. Netzwerken ist dabei entscheidend, jedoch für die Gestaltung neuer Modelle nicht ausreichend. Meine Erkenntnis war, dass Frauen in diesem Prozess zur Gestalterin werden. Damit kam ich auf die Idee, eine neue Plattform zu gründen, um den Zugang in die Digitalwirtschaft zu schaffen und Frauen zu empowern.

3. Könntest du den Hub in 3 Hashtags beschreiben?
(#) Inspirieren
(#) Ermutigen
(#) EinfachMachen

4. Warum wird so ein Hub benötigt und wie unterstützt ihr Frauen?
Der fe:male Innovation Hub ist eine Anlaufstelle für angehende Gründerinnen. Hier bewegen wir vordergründig Frauen, die die Digitalwirtschaft mitgestalten. Mit unterschiedlichen Veranstaltungsformaten, wie Hackathons und Prototyp-Workshops, können sich Frauen ausprobieren und eigene digitale Ideen entwickeln.
In einer sehr frühen Phase unterstützen wir sie durch unser Mitgliedschaftsmodell in der Entwicklung der Geschäftsideen und bewegen sie dazu nebenberuflich zu gründen.
Mit unseren Formaten leben wir auch die Haltung: „Man kann nur aus Fehlern lernen.“. Denn Coding und das Gründen bedeutet, auch Fehler zu machen und neue Lösungswege zu entwickeln.

5. Was macht dir an deiner Arbeit am meisten Spaß?
Ich liebe es, Menschen wachsen zu sehen und dabei das Funkeln in ihren Augen zu beobachten.
Mich hat es begeistert zu sehen, wie der erste Prototyp – ein Workshop über Design Thinking und Rapid-Prototyping – im März 2017 entstand. Daraufhin entwickelte der Hub mit dem zdi-Zentrum Köln das Format Digital Girls & Boys Camp, welches Schüler*innen ermutigt in die digitale Welt einzutauchen.

6. Was war die beste Entscheidung in Deiner beruflichen Laufbahn?
Meine beste Entscheidung war es, mutig zu sein, den Sprung zu wagen und zu gründen.

7. Den fe:male Founders Circle veranstaltet der fe:male Innovation Hub gemeinsam mit uns, dem digihub. Was ist das Ziel dieser Veranstaltungsreihe?
Unser Ziel ist es, eine Netzwerkveranstaltung zu bieten, in der wir hochkarätige Speaker*innen aus den Bereichen Digitales, Innovation, Finance und Consulting einladen. Damit schaffen wir den Wissenstransfer zu neuen digitalen sowie technologischen Themen und unterstützen den Austausch über diese Themen. Der Austausch zwischen und die Unterstützung von Frauen soll durch den fe:male Founders Circle gestärkt werden.
Der Circle steht auch für die Erinnerung an die eigenen Werte, sich selbst treu zu bleiben sowie eigene Werte zu leben. – „Klarheit, Einigkeit und Fokus“ heißt das für mich.

8. Das Team YourGuide.Erbfall ist im Rahmen einer Kooperation zwischen dem digihub und dem fe:male Innovation Hub in das Ignition Programm aufgenommen worden. Warum unterstützt ihr das Projekt und wie macht ihr das genau?
Ich glaube an das Team YourGuide.Erbfall und an die Idee. Im Mai 2018 kam mein Mentee auf mich zu. Als Mitglied des fe:male Innovation Hubs startete ich mit ihr in einer sehr frühen Phase. Das Coaching umfasste dabei die Entwicklung der Geschäftsidee. Wir trafen uns ein bis zwei Mal im Monat – bis zu dem Punkt, als sie das Geschäftsmodell verfeinern wollte. Ab diesem Zeitpunkt sind der digihub und der fe:male Innovation Hub eine Kooperation eingegangen, um die Idee zum Wachsen zu bringen.

9. Welche Pläne hast du für 2019 und wo soll der fe:male Innovation Hub in einem Jahr stehen?

  • Für 2019 haben sich neue und starke Partnerschaften angebahnt und somit auch Projekte, mit denen wir ein Zeichen setzen können.
  • Unsere Veranstaltungsformate wie den fe:male Founders Circle in unterschiedliche Städte bringen und unsere Hackathons für verschiedene Zielgruppen erweitern. Eine weitere Entwicklung zeigt sich in Richtung Gründung von Schülerfirmen sowie von Mädchen-Coding-Camps.
  • Mit unserem Mentoring-Programm wollen wir mehr Gründerinnen in der Digitalwirtschaft stärken und damit einen maßgeblichen Erfolgsfaktor der NRW-Wirtschaft freisetzen.

http://www.femaleinnovationhub.com

Die nächste Veranstaltung des fe:male Innovation Hub ist der fe:male Founders Circle am 20. Februar 2019.