Matchmaking: mittelständische Unternehmen treffen Startups

Warum sollten mittelständische Unternehmen und Startups gemeinsame Sache machen?

Auf den ersten Blick scheinen es zwei Welten zu sein, die nur schwer zusammenkommen. Dennoch können Startups und mittelständische Unternehmen durch eine Kooperation auf vielfache Weise voneinander profitieren. Was sind die Gewinne für beide Seiten? Und wie finden Unternehmen das perfekte „Match“?

Voneinander lernen
Startups und Mittelstand bilden zwei unterschiedliche Welten im Wirtschaftsuniversum. Es fängt schon bei Äußerlichkeiten an: Der gemeine Mittelständler ist über vierzig, das Unternehmen ist seit Generationen in Familienbesitz, hat seinen Sitz in Tönisvorst oder Nörvenich und zur Mittagszeit begrüßt man sich mit „Mahlzeit“. Die Startup-Gründer sind Mitte zwanzig, kommen gerade von der Uni, verlassen die Großstadt nur ungern und machen keine Mittagspause, sondern „Lunch“.

So unterschiedlich die beiden Welten auch sind, es könnte lohnenswert sein, sich auf die des anderen einzulassen. Die Digitalisierung schreitet unaufhaltsam voran. Auch mittelständische Unternehmen müssen ihre Arbeitsweisen und Produkte den neuen Bedingungen anpassen, um weiterhin bestehen zu können. Startups haben das nötige Know-How, sind näher an den Digital-Trends und bewegen sich sicher im digitalen Umfeld. Außerdem gehen sie meist ungewöhnliche und neue Wege in den Bereichen Marketing und Arbeitsorganisation, die auch für etablierte Unternehmen Impulse setzen können.

Mittelständische Unternehmen hingegen stehen für Langfristigkeit, gesicherte Qualität und Erfahrung – Eigenschaften, die Startups wiederum helfen, ihr Produkt effizient zu entwickeln und erfolgreich auf dem Markt zu halten. Nicht(s) zuletzt verfügt das Unternehmen über Kapital, Ausstattung und Verbindungen, die die Marktreife des Startup-Produkts ermöglichen.

Wie könnte eine Zusammenarbeit aussehen?
Je nach Art des Startup-Produkts und dessen Integrationsmöglichkeit in das Unternehmen und entsprechend den Zielen beider Seiten können Kooperationen unterschiedlich gestaltet werden. Die klassische Form der Zusammenarbeit ist die Beteiligung. Das Unternehmen investiert in das Startup und erhält im Gegenzug Firmenanteile. Vor allem digitaltechnologische Startups, deren Produkt die Herstellungsprozesse des etablierten Unternehmens vereinfachen kann, sind für diese Form der Kooperation interessant. Eine andere Art der Kooperation ist die Integration. Dabei kauft das Unternehmen die Neulinge direkt auf.

Die Zusammenarbeit kann auch auf ein zeitlich begrenztes Projekt beschränkt werden. Hierbei ist es wichtig, die Ziele und den Zeitraum genau zu definieren. Auch andere Formen der Kooperation sind denkbar: Das Unternehmen steht dem Startup als Mentor zur Verfügung, es berät den Neuling bei Fragen rund um das Produkt, aber auch bei Fragen der Unternehmensführung.

Das Unternehmen kann auch als Kunde die Produkte oder Dienstleistungen des Startups in Anspruch nehmen. Diese Form der Kooperation ist vor allem bei Startups interessant, die zum Beispiel Marketing-Tools oder ähnliche Produkte entwickeln.

Wie finden Unternehmen und Startups zusammen?
Natürlich kann eine Recherche im Internet potentielle Partner liefern. Viel effektiver und persönlicher ist allerdings das Kennenlernen auf Matchmaking-Events oder anderen Veranstaltungen, bei denen Gründer und Mittelständler aufeinandertreffen. Auf den Veranstaltungen des digihub lernen sich Mittelständler und Gründer kennen, tauschen sich aus und finden das ideale Match für beide Seiten.