Mit Augmented Reality den Kundenservice verbessern

Das Team von TechShake Labs erweitert nicht nur mit ihrer App die Realität: Als Mitarbeiter eines großen Unternehmens tauchen sie bei Ignition in die Welt der Startups ein und tragen so dazu bei, zwei Wirklichkeiten zusammenzubringen, die oft als nur schwer kompatibel gelten. Im Interview erklären die beiden Gründer Sebastian Koepl und Joscha Schulte, warum ihr Arbeitgeber Vodafone sie zu Ignition geschickt hat, wie sie mit Augmented Reality den Kundenservice auf ein neues Level heben und wie es für sie ist, plötzlich Startup zu sein.

1. Wie erklärt ihr euren Großeltern, was ihr macht?

Wir entwickeln Apps, mit denen du die Welt durch deine Handykamera siehst. Zusätzlich werden aber noch virtuelle Elemente eingeblendet, die Hilfestellungen oder nützliche Informationen bieten. Diese Elemente fügen sich in die Welt ein, als wären sie tatsächlich da.
Mit unserer ersten App beispielsweise filmst du für den erstmaligen Anschluss deinen Internet-Router und plötzlich erscheinen virtuell alle Kabel an der richtigen Stelle, sodass du nur noch die echten Kabel anstecken musst.
Bald brauchst du dafür auch kein Handy mehr, sondern siehst diese erweiterte Realität durch eine spezielle Brille.

2. Wer ist alles im Team und was sind die verschiedenen Aufgaben? Wie habt ihr euch gefunden?

Wir, das sind Sebastian und Joscha, entwickeln beide an der App - nur an unterschiedlichen Stellen. Joschas Stärke liegt darin WIE dem Kunden etwas nähergebracht werden muss, Sebastians Stärke darin WAS dem Kunden erklärt werden muss. Wir haben uns kennengelernt als Sebastian bereits mit der App begonnen hatte und auf der Suche nach einem Profi im Bereich Video- und Tonbearbeitung war.

3. Wie ist die Idee zu TechShake Labs entstanden?

Während wir an der App gearbeitet haben, wurde uns schnell deutlich, welches Potenzial diese Art von Installationsassistenz hat und vor allem, welche Möglichkeiten Augmented Reality mittelfristig bieten wird. Unser gemeinsames Interesse an dieser Technologie machte die Entscheidung zu TechShake Labs leicht.

4. Wieso hat sich Vodafone dazu entschieden, euch am Ignition-Programm teilnehmen zu lassen?

Da unsere erste Anwendung in direktem Zusammenhang mit unserer Tätigkeit bei Vodafone stand, stellten wir den Prototyp unserem CEO, Hannes Ametsreiter, vor. Ihm gefiel die Idee auf Anhieb und er bot die Unterstützung durch Vodafone an, da er ebenfalls Potenzial für weitere, interne Usecases sieht.

Vodafone ermöglicht es uns, durch die Teilnahme an Ignition unsere Ideen in einer freien Umgebung umzusetzen. Man darf den Startup-Spirit und das Klima nicht unterschätzen! So entstehen Ergebnisse, die in den eigenen vier Wänden vielleicht gar nicht entstanden wären.

5. Wie ist es für euch als Corporate-Team in der Startup-Welt zu sein?

Eine spannende Erfahrung. Anfangs haben wir befürchtet, dass uns durch diese komfortable Ausgangslage vielleicht der nötige Druck fehlt, dieses ambitionierte Ziel zu erreichen. Wir stellten jedoch recht schnell fest, dass unser Ehrgeiz, die eigenen Ideen selbst zu verwirklichen und zu skalieren, groß genug ist.

6. Woran habt ihr bei Ignition gearbeitet?

Neben dem Grundkonzept unserer Geschäftsidee haben wir genau analysiert, welches Potenzial tatsächlich in diesem Markt steckt. Außerdem haben wir uns Gedanken zu unserem Webauftritt gemacht und die Social-Media-Präsenz optimiert.
Auch haben wir viel über Pitchtechniken und den Umgang mit möglichen Investoren gelernt. Die meiste Zeit verwendeten wir natürlich darauf, weitere Produkte und Prototypen zu entwickeln.

7. Wie sehen die nächsten Schritte aus? Was wünscht ihr euch für die Zukunft eures Startups?

Ziel ist es, zeitnah unsere Installations-App den Vodafone-Kunden zur Verfügung zu stellen. Danach widmen wir uns zum einen internen Projekten, die wir bereits auf einer recht langen Warteliste parken mussten, zum anderen der Suche nach neuen Kunden außerhalb der Telekommunikationsbranche.
Wir planen eine schnelle Vergrößerung des Teams, um effektiver an Projekten arbeiten zu können. Mit innovativen Ideen soll Techshake Labs die Zukunft dieser noch sehr jungen Technologie AR mitprägen und sich zu einer festen Größe auf diesem Gebiet entwickeln.

8. Wie beurteilt ihr die Startup-Szene in Düsseldorf und was wünscht ihr euch noch?

Im Vergleich zu anderen Städten bietet Düsseldorf wohl die perfekte Mischung aus etablierten und innovationshungrigen Unternehmen, tollem Support durch Accelerator-Programme und Fördermöglichkeiten sowie einer exzellenten Lebensqualität. Das macht Düsseldorf für viele Startups attraktiv, was in einer derart vernetzten Szene nicht lang geheim bleibt.
Wünschenswert wäre, dass mehr Konzerne den agilen Charakter von Startups als Möglichkeit für sich erkennen, ihre Schwerfälligkeit zu reduzieren.

9. Wenn ihr Startups und Gründern noch einen Tipp geben könntet, was wäre das?

Hartnäckigkeit ist wohl eine der wichtigsten Eigenschaften eines Gründers. Dicht gefolgt von der Bereitschaft, sich auch mal von lieb gewonnenen Ideen zu lösen, wenn diese sich als Sackgasse erweisen. Was vielleicht wie ein Widerspruch klingt, ist tatsächlich eine hervorragende Kombination, um fokussiert auf ein Ziel hinzuarbeiten, ohne dabei wertvolle Zeit zu verlieren.