Die neue Adresse für Design-Liebhaber: Stylique

Ich liebe es, mir bei Pinterest und Co. Bilder von perfekt gestylten Zimmern anzuschauen, Shabby-Chic-Küchen, Schlafzimmer, die nicht nur geschmackvoll und gemütlich aussehen, sondern auch nach Individualität und einer interessanten Persönlichkeit. Dunkelgrüne Tapeten, perfekt abgenutzte Holzböden – von der Bodenleiste bis zu Steckdose passt da alles. Bisher ist es beim endlosen Bilder angucken geblieben. Denn so, wie es auf den Bildern aussieht, wird es doch in echt niemals. Oder doch?

Im Interview erzählen Alex und Manan, Gründer von STYLIQUE, wie aus dem Traum vielleicht doch Realität werden könnte. Außerdem berichten sie von ihren Erfahrungen beim Ignition-Programm und geben Tipps für andere Gründer.

1. Wie erklärt ihr euren Großeltern, was ihr macht?
Wir bauen eine Plattform auf, die design-affinen Menschen dabei hilft, die richtigen Materialien für ihren Innenausbau oder die Renovierung zu finden. Dazu kuratieren wir ganz besondere Produkte, kombinieren sie zu ganzen Räumen und zeigen sie den Kunden in fotorealistischen Darstellungen der jeweiligen Räume. So kann er auf einer Seite sowohl schöne Inspirationen, als auch die dazugehörigen Produkte ganz einfach finden und kaufen.

2. Wie ist die Ideen zu STYLIQUE entstanden?
Wir wollten eine Wand in unserer Wohnung etwas schöner gestalten und haben im Internet nach Ideen gesucht. Wir sind bei der Suche nur auf zahlreiche Seiten für Einrichtungsgegenstände gestoßen. Seiten mit bezahlbaren (nicht billigen) Materialien für den Innenausbau, die uns auch noch gefallen haben, gab es nicht. Nach einiger weiterer Recherche haben wir kurzerhand beschlossen, einfach selbst einen solchen Shop aufzubauen.

3. Was habt ihr vor STYLIQUE gemacht?
Wir waren vorher beide Studenten. Im September 2016 haben wir beide unseren Master in Architektur abgeschlossen. Alex hat während des Studiums sehr viel in Architekturbüros gearbeitet und auch schon einige längere Praktika in größeren Büros gemacht. Ich habe zwar auch schon in einem Architekturbüro gearbeitet, die meisten Erfahrungen konnte ich jedoch in einem Startup sammeln, das mich eigentlich nach dem Studium übernehmen wollte.

4. Wie hat euer Umfeld darauf reagiert, dass ihr statt einen sicheren Jobs anzunehmen, ein eigenes Unternehmen gründen wollt?
Wir haben zwar auch nicht damit gerechnet, aber die meisten haben sehr positiv darauf reagiert. Natürlich haben viele gesagt, sie finden es mutig, dass wir einfach so alles dafür aufgegeben haben. Trotzdem erhalten wir sehr viel Unterstützung aus unserem Umfeld, vor allem unsere Familien sind da eine große Stütze.

5. Was waren bisher die größten Herausforderungen?
Es ist bestimmt keine Überraschung, aber für uns war die größte Herausforderung die finanzielle Absicherung. Ein Startup ist ja kein Sprint und da sollte man so aufgestellt sein, dass man lange durchhalten kann und auch mal ein bisschen investieren kann. Wir werden dabei glücklicherweise von unseren Eltern unterstützt, einen erheblichen Teil trägt aber auch die Untervermietung unserer Wohnung über Airbnb. Zusätzlich geht Manan zweimal die Woche nach dem Büro noch kellnern.
Darüber hinaus haben wir beide Architektur studiert. Im klassische Architektur-Studium sind sämtliche Themen, die mit Selbstständigkeit oder Startups zu tun haben, quasi nicht vorhanden. Wir mussten uns daher das meiste selbst beibringen und auch erst einmal an das Gründer-Mindset gewöhnen. Mit dem zeitlichen und finanziellen Druck im Hintergrund war das auch eine enorme Herausforderung.

6. Würdet ihr aus heutiger Sicht irgendetwas anders machen?
Wir haben schon sehr früh ein Mockup vom Shop gebaut, haben allerdings kaum Werbung dafür geschaltet. Wenn ich mich jetzt in die Zeit zurückversetzten könnte, würde ich diese erste Version viel stärker am Markt testen anstatt sie so schnell zu verwerfen.
Um einen Prototypen umsetzen zu können, haben wir auch sehr früh gegründet. Ich denke ich würde das nächste mal so lange wie möglich damit warten.

7. Wie habt ihr vom Ignition-Programm erfahren?
Wir haben Larissa vom digihub auf einigen Veranstaltungen während der Startupwoche Düsseldorf 2017 getroffen und uns mit ihr ausgetauscht. Sie hat uns immer wieder von dem Programm erzählt und gesagt, es wäre genau das richtige für uns. Einige Monate später haben wir uns dann für die zweite Runde beworben.

8. Was waren bisher die wichtigsten Learnings?
Wir haben uns sehr auf das Programm eingelassen und versucht, alle Schritte aufzuarbeiten, die wir vorher etwas vernachlässigt haben. Wir konnten durch die Costumer Interviews, die Gespräche im Netzwerk und mit unseren Kooperationspartnern ein sehr gutes Bild von unserem Produkt und dem Markt bekommen. Das wichtigste Learning war wohl, dass man das Produkt nicht nur vom Büro aus entwickeln kann. Man muss immer wieder raus gehen, um mit potenziellen Kunden und Partnern zu sprechen. Nur so kann man das Geschäftsmodel richtig validieren.

9. Wie sehen die nächsten Schritte aus?
Wir werden natürlich weiterhin Interviews durchführen. Darüber hinaus möchten wir mit den Materialien, die wir auf spannenden Messen finden konnten, unsere ersten eigenen Styles entwerfen und visualisieren lassen. Wir werden weiterhin am Shop arbeiten, bis er die Resonanz erhält, die wir uns erhoffen. Des weiteren möchten wir mit möglichen Partnern verhandeln und die Produkte auf unserer Seite auch wirklich kaufbar machen.
Ein weiterer wichtiger Schritt ist der Aufbau einer Community. Wir werden neben der Erstellung von eigenem – für die Branche neuartigem – Content auch versuchen, mit Influencern und Architekturbüros ins Gespräch zu kommen, um sie für unsere Plattform gewinnen zu können. Am Ende soll der User eine große Datenbank an coolen Umsetzungen und Materialien haben, die er als Inspirations- und Einkaufsquelle für seine eigene Renovierung nutzen kann.

10. Wie beurteilt ihr die Startup-Szene in Düsseldorf und was wünscht ihr euch noch?
Die Szene in Düsseldorf ist noch recht jung und daher auch noch sehr klein. Der schöne Vorteil ist natürlich, dass man sich untereinander kennt. Trotzdem wäre es vielleicht ganz spannend, auch noch was Neues entdecken zu können. Vor allem wäre es auch nicht schlecht, wenn es noch mehr Veranstaltungen in Düsseldorf gäbe. Damit meinen wir sowohl Workshops als auch Abendveranstaltungen.
Wir würden uns auch über mehr (bezahlbare) Coworking Spaces in zentraler Lage freuen. Es gibt schon einige sehr coole Coworking Spaces in Düsseldorf. Diese liegen jedoch alle etwas außerhalb und ein Zweier-Team, das noch keine Einnahmen erzielt, kann sich einen festen Arbeitsplatz dort auch nicht wirklich leisten.

11. Wenn ihr Startups und Gründern noch einen Tipp geben könntet, was wäre das?
Netzwerken, Netzwerken, Netzwerken und pitcht so viel ihr könnt! So konnten wir sehr schnell sehr viel lernen und auch sehr wichtige Kontakte für unsere Zukunft knüpfen.
Gründet auch nicht zu früh und baut nicht als erstes das Produkt. Wenn möglich, solltet ihr versuchen, über Umfragen euer Produkt zu validieren. Bis ihr euch nicht wirklich sicher seid, dass sich jemand für euer Produkt interessiert: Fake it until you make it.

12. Und zuletzt: Kurze Style-Beratung: Ich mag es gemütlich und bunt, welchen Style könnt ihr mir empfehlen?
Am besten abonnierst du den personalisierten Newsletter von uns. Dann können wir dich sofort informieren, wenn es neue Styles gibt, die zu dir passen ;-) In der Zwischenzeit kannst du dir ja schon mal den Style Miami Loft oder Ruik ansehen.

Vielen Dank für das Interview!

Schau doch mal auf www.stylique.de vorbei und lass dich von den ersten Designvorschlägen inspirieren!