SCALUE revolutioniert den Einkauf für den Mittelstand

Digitalisierung und Mittelstand – das gehört unbedingt zusammen. Startups spielen bei dem Prozess, mittelständische Unternehmen digital zu machen, eine große Rolle. Das Ignition-Startup SCALUE hat sich den Einkauf vorgeknöpft. Hier schaffen sie aus dem Stand Großes – auch dank des Ignition-Programms. Im Interview erzählt Geschäftsführer Thomas Teichmann von der Gründung, den Vorzügen des Startup-Lebens, den Learnings aus der Ignition-Zeit und er gibt Tipps für andere Gründer.

1. Wie erklärt ihr euren Großeltern, was ihr macht?
Wir schauen uns in den Unternehmen alle einkaufsrelevanten Informationen an und ermitteln mit der SCALUE Einkaufscontrolling-Plattform auf Knopfdruck im Bruchteil einer Sekunde Möglichkeiten zur Prozess- und Kostenoptimierung. Das ist vergleichbar mit einem großen Sandkasten, bei dem wir die versteckten Edelsteine herauspicken wollen. Zusätzlich können wir noch sagen, welcher Stein wo gelegen hat und welche Auswirkungen das auf die anderen Steine hatte. Durch diese Agilität erhalten die Unternehmen viel tiefere Einblicke als es bislang möglich war.

2. Wer ist alles im Team und was sind die Aufgaben?
Mein Kollege Samir und ich bilden das Managementteam. Daneben gibt es noch vier IT-Experten, auf die wir sehr stolz sind.

3. Wie ist die Ideen zu SCALUE entstanden?
Als Berater im Bereich Einkauf- und Supply Chain haben wir viele KMUs und Konzerne im Bereich Einkauf optimiert. Wir haben im Rahmen unserer Tätigkeiten festgestellt, dass die Problemstellungen des Einkaufs sehr ähnlich sind. Bei der strategischen Bearbeitung dieser Themen haben sich die Optimierungsansätze häufig wiederholt. Was fehlte war eine Lösung, die zum einen unsere Analysen und Optimierungsansätze auf Knopfdruck bereitstellt und zum anderen Bearbeitungsvorschläge generiert.

4. Würdet ihr euch als „normales“ Startup bezeichnen?
Ich denke wir sind alles andere als ein „normales“ Startup. Wir verfügen bereits über 15 Jahre Praxiserfahrung im Einkauf- und der Einkaufsberatung und haben nicht klassisch nach der Uni gegründet. Zudem sind wir streng genommen ein Software-Unternehmen mit einem Management, welches eben nicht aus dem IT-Bereich stammt. Dadurch können wir unseren Fokus stark auf das Thema Einkauf lenken. Wir behandeln unsere technischen Innovationen daher wie es ein Einkäufer tun würde; als „Commodity“, die zum Kunden hin „einfach funktionieren muss“. Mit diesem Ansatz stechen wir deutlich aus dem Markt hervor, was die positive Resonanz unserer Kunden bestätigt.

5. Alles Kenner beider Welten: Wo arbeitet ihr lieber, in einem Startup oder in einem etablierten Unternehmen?
Die Entscheidung, ein Startup aufzubauen, haben wir uns sehr gut überlegt. Natürlich kennen wir als Familienväter die Vorzüge in einem gestandenen Unternehmen zu arbeiten. Allerdings bewegen wir uns in einem Markt, wo wir eine Vorreiterrolle bei der Digitalisierung des Einkaufs im Mittelstand einnehmen können. Diese Chance wollten wir nutzen. Wir verbessern die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen, stellen dabei Arbeitsplätze sicher und sorgen natürlich auch für Gewinnsteigerungen, was jede(n) Unternehmer(in) interessiert. Der Anreiz, die Umsetzung in einem Startup auch noch frei gestalten zu können, war dann doch zu groß.

6. Wie habt ihr vom Ignition-Programm erfahren?
Wir haben eher zufällig von dem Ignition-Programm erfahren und schnell festgestellt, dass wir dort mit unserem Digitalisierungsthema genau ins Schwarze getroffen haben. Es war definitiv die richtige Entscheidung, dort zu pitchen.

7. Woran genau arbeitet ihr im Rahmen des Ignition-Programms?
Wir arbeiten vor allem an Datenextraktoren, Schnittstellen und Automatisierungsthemen. Dadurch steigern wir weiter unsere Prozesseffizienz und bieten den Kunden noch mehr Flexibilität.

8. Was waren bisher die wichtigsten Learnings, die ihr aus der Zeit bei Ignition mitnehmen werdet?
Build. Measure. Learn. Den Mut haben Dinge auszuprobieren, um diese dann in kürzester Zeit auf ein hochprofessionelles Niveau anzupassen. Das hat uns einen deutlichen Performance-Boost eingebracht und unsere Umsetzungsgeschwindigkeit deutlich erhöht.

9. Was war der schönste Moment in der Gründungsphase?
Jeder abgeschlossene Meilenstein ist ein Highlight. Der erste unterzeichnete Vertrag war sicherlich eine schöne Bestätigung unserer Arbeit. Damit geht es aber erst richtig los. Wir haben ambitionierte Ziele und wollen daher das Tempo hoch halten.

10. Wie sehen die nächsten Schritte aus?
Künstliche Intelligenz & Chatbots zur Darstellung von Handlungsempfehlungen bilden für uns die nächste (R)Evolutionsstufe. Wir wollen mit der SCALUE Einkaufscontrolling-Plattform für den Mittelstand einen Know-how Transfer leisten und Expertenwissen für alle Unternehmen zugängig machen.

11. Wie beurteilt ihr die Startup-Szene in Düsseldorf und was wünscht ihr euch noch?
Ein noch engerer Austausch zwischen Corporates und Startups wäre Klasse. Gerade als Startup die entsprechenden Entscheider in den Unternehmen überhaupt zu erreichen, ist eine große Herausforderung im B2B. Hier könnte ich mir Netzwerk-Themenabende (Einkauf, Vertrieb, Marketing etc.) vorstellen, wo die Startups den direkten Kontakt mit den Unternehmen bekommen und umgekehrt. Insgesamt ist die Düsseldorfer Startup-Szene hervorragend vernetzt. Die Startups helfen sich gegenseitig und profitieren vom gegenseitigen Erfahrungsaustausch.

12. Habt ihr einen Tipp für andere Gründer, wie sie ihrer Idee zum Erfolg verhelfen?
Sprecht mit anderen über eure Ideen. Ihr könnt nur davon profitieren, wenn euer Business mal aus einer anderen Perspektive betrachtet wird (wenn es nicht gerade ein Wettbewerber ist). Niemand hat ernsthaft Interesse, eure Idee zu kopieren. Wir konnten dadurch viele wesentliche Bestandteile unseres ursprünglichen Business Modells optimieren und sind froh uns für diesen Schritt entschieden zu haben.

Vielen Dank für das Interview!