Unsere DNA – Das Rezeptbuch für Menschen und Startups

Wie kommt man auf die Idee, ein Startup zu gründen? Und dann auch noch eins, dass sich der Entschlüsselung des Erbguts eines Menschen widmet? Wilhelm, Armin und Nima können euch das erklären – sie haben genomify gegründet und nehmen zurzeit am Ignition-Programm teil. Erfahrt mehr im Interview!

Interview mit Wilhelm, Armin und Nima von genomify

1. Wie erklärt ihr euren Großeltern, was ihr macht?
Mit genomify schauen wir uns die DNA eines Nutzers an, zeigen ihm sein individuelles, genetisches Potential und geben Empfehlungen heraus, damit dieser die bestmöglichen Entscheidungen für ein gesundes, langes Leben treffen kann.
Die DNA kann man sich dabei wie ein Rezeptbuch vorstellen, aus dem wir uns als Mensch zusammensetzen. Dieses ist für jeden Menschen unterschiedlich und somit benötigt jeder Mensch eine individuelle Lösung. Wenn wir nun also das „Rezept“ für dich entschlüsseln, kannst du dieses Wissen dazu nutzen, um individuelle, optimale Entscheidungen in Bezug auf alle deine gesundheitsbezogenen Wellness- und Lifestyle-Fragen zu treffen, einschließlich der Ernährung, Sport, Hautpflege und deinem Schlafverhalten.

2. Wer ist alles im Team und was sind die verschiedenen Aufgaben?
Das Gründungs-Team von genomify besteht aus drei Personen, mit zwei promovierten Naturwissenschaftlern mit Expertise in der Krebs-Forschung, Bioinformatik und einem Kommunikationsdesigner mit Erfahrung im Bereich der Datenvisualisierung. Derzeit befinden wir uns in der Prototypenphase, das heißt, unsere Schwerpunkte liegen in der Produktentwicklung, R&D und Market Validation.

Im Einzelnen sieht das so aus, dass wir die Aufgaben aufgeteilt haben nach:
Nima - KI, Prototypenentwicklung, Genomforschung
Armin - Genomforschung, Datenbanken, Prototypenentwicklung
Wilhelm - Produktentwicklung, Design, Market Validation

3. Wie ist die Idee zu genomify entstanden?
Die ersten Gedanken kamen Armin, nachdem er eine sogenannte Paleo-Diät probierte und diese zu unangenehmen Nebenwirkungen, wie Kopfschmerzen, Müdigkeit und Schlappheit führten. Kurz erklärt ist die Paleo-Diät eine Diätform, bei der alles erlaubt ist, wovon sich unsere Vorfahren in der Altsteinzeit ernährt haben, in der Annahme, dass sich unsere DNA seit der Steinzeit nicht verändert hat. Doch es lässt eben außer Acht, dass wir alle unterschiedlich sind und sich auch schon die Menschen in der Steinzeit unterschiedlich ernährt haben.
Die Lösung muss also in einer individuellen Betrachtung der DNA eines jeweiligen Menschen liegen. Wie reagiert ein Mensch individuell auf Lebensmittel. Doch in Deutschland gibt es bisher nur die Möglichkeit einen Einblick in seine DNA zu gewinnen, wenn ein Krankheitsverdacht vorliegt und nicht jedoch für präventive Maßnahmen für ein gesünderes Leben. Diesen Umstand wollen wir ändern und jedem Menschen die Möglichkeit geben, selbständig Entscheidungen für ein gesundes Leben zu treffen.

4. Was waren bisher die größten Herausforderungen?
Die größten Herausforderungen, vor denen wir stehen, sind die Finanzierung, das Zeitmanagement und die rechtlichen Anforderungen im Bereich Biotech, insbesondere letzteres lässt sich nicht ohne externe Hilfe lösen. Und so ist es wichtig, sich immer wieder der Prioritäten bewusst zu werden, um nicht auf der Suche nach Finanzierung die eignen Prototypenentwicklung zu vernachlässigen.

5. Was war der schönste Moment in der Gründungsphase?
Es ist immer sehr motivierend, positives Feedback zu erhalten und Interesse für das eigene Produkt bei Menschen zu wecken. Das sind die kleinen Momente, die einen wissen lassen, dass man auf dem richtigen Weg ist. Die Annahme beim Ignition-Wettbewerb gehört sicherlich zu einem der schönsten Momente. Tatsächlich war die Teilnahme für uns eine der ersten Stationen, uns einem Pitch zu stellen und unsere Idee öffentlich zu präsentieren und somit war die Freude besonders groß, als wir eine Zusage erhalten haben.

6. Wie habt ihr vom Ignition-Programm erfahren?
Von Ignition haben wir über das CEDUS, dem Center for Entrepreneurship Düsseldorf der Universität Düsseldorf, erfahren.

7. Wie empfandst du bzw. ihr den Bewerbungs- und Auswahlprozess von Ignition?
Unkompliziert und schnell. Die Anforderungen waren klar formuliert und es gab ein schnelles Feedback, ob die nächste Runde erreicht wurde. Da Zeit mit eine der wertvollsten Ressourcen ist für ein Startup ist, ist zeitnahe Rückmeldung viel Wert.

8. Woran arbeitet ihr gerade bei Ignition?
Wir arbeiten derzeit an einem MVP, um mit dem Prototyp in eine erste Betaphase starten zu können.

9. Was war bisher die beste Erkenntnis, was ihr aus dem Programm mitnehmen werdet?
Wir haben relativ schnell gelernt, dass wir auch schon in einer sehr frühen Phase unsere Idee und unser Produkt mit potentiellen Kunden testen sollten, um in eine Feedback-Schleife aus Kritik und Anpassungen einzusteigen, sodass wir einzelne Features und Faktoren gezielt verbessern können.

10. Wie beurteilt ihr die Startup-Szene in Düsseldorf und was wünscht ihr euch noch?
Die Startup-Szene in Düsseldorf ist ein wachsendes Ökosystem und man merkt die Bemühungen der Stadt, den Anforderungen der Startups gerechter zu werden, wie z. B. eine wachsende Zahl von Coworking Spaces. Eine der großen Herausforderungen für Startups ist der Zugang zu Kapital und somit wäre es wünschenswert, wenn es noch mehr Investoren-Matching Events geben würde. Gleichzeitig ist der Austausch unter den Startups sehr wichtig, um sich miteinander zu verknüpfen und von den Erfahrungen der anderen zu profitieren. Die Reihe No Glory, just Startups! ist dabei schonmal ein guter Anfang.

Danke für das Interview!

Ihr wollt mehr erfahren? Dann schaut auf genomify vorbei!