Ein smarter und gesunder Start in das Elternsein

Die besten Startup-Ideen entstehen, weil man selbst ein Problem hat, für das es noch keine Lösung gibt. So war es auch bei Sandra und Michael Hebel von Emiltonia: Die neugeborenen Zwillinge von Freunden brauchten mehr gesundheitliche Fürsorge, als der die jungen Eltern sich gewachsen fühlten. Was tun? Ein Startup gründen! Was Emiltonia genau macht, wie es für sie bei Ignition läuft und welche wertvolle Lektion sie mit anderen Gründern teilen wollen, das erfahrt ihr im Interview.

1. Wie erklärt ihr euren Großeltern, was ihr macht?
Früher waren für die Aufklärung von jungen Eltern die eigenen Mütter oder Hebammen ein wichtiger Faktor. Sie gaben den Erfahrungsschatz und ihr Wissen rund um die frühe Entwicklung des Neugeborenen weiter. Heute sind die eigenen Mütter häufig selbst beruflich eingespannt oder sie leben weit entfernt. Außerdem finden viele junge Eltern keine Hebamme, vor allem aus ländlicheren Regionen oder aus niedrigeren Einkommensschichten. Diese Eltern fühlen sich häufig unsicher und wissen nicht, ob sich ihr Neugeborenes richtig entwickelt.
Hier setzen wir mit Emiltonia an.
Emiltonia bietet diesen Eltern die Möglichkeit, Sicherheit zu gewinnen und besser einzuschätzen, ob sich ihr Baby, insbesondere im ersten Jahr, richtig entwickelt. Wir unterstützen die Erfassung von wichtigen Gesundheitsindikatoren wie Gewicht, Größe oder auch Fieber, um Probleme frühzeitig zu erkennen.
Dazu entwickeln wir smarte Gesundheits-Messinstrumente für die Heimanwendung, die Eltern ermöglichen, Wachstums- und Gesundheitsindikatoren ihres Babys selbst zu erfassen. Mit der Emiltonia App unterstützen wir sie außerdem dabei die Entwicklung zu dokumentieren und die Daten selbst besser einzuschätzen. Wissensvermittlung ist hierbei ein sehr wichtiger Baustein.
Alternativ können Eltern die Daten an Hebammen oder Ärzte übertragen, um sich z.B. fernmündlich beraten zu lassen. Damit schließen wir auch die Lücke von den aktuell entstehenden telemedizinischen Service-Anbietern und ermöglichen diesen Anbietern eine datenbasierte, bessere Beratung.
Unser aktueller Fokus liegt auf dem ersten Produkt: Die smarte Emiltonia Babywaage.
Wir sehen viele Anwendungsfelder und tasten uns langsam vor: Neben dem Fokus auf Home-Anwender und Hebammen, führen wir Gespräche mit Vertretern der Ernährungswissenschaft und der Ernährungsindustrie aber auch mit telemedizinischen Dienstleistern sowie Gesundheitsorganisationen und -vereinen, die sich weltweit engagieren.

2. Wie ist die Ideen zu Emiltonia entstanden?
Die Idee dazu ist gemeinsam mit Freunden entstanden. Nach der verfrühten Geburt ihrer Zwillinge war es wichtig, die Wachstums-Entwicklung im Auge zu behalten und engmaschiger als ggf. bei normal geborenen Babys zu kontrollieren. Der fürsorglichen Hebamme fehlten schlichtweg die Kapazitäten und hat unseren Freunden empfohlen, selbst eine Babywaage zu kaufen, aber eine konsequente fernmündliche Beratung aufrechterhalten.
In Gesprächen mit anderen Eltern haben wir erfahren, dass diese sich oftmals nach der Geburt unsicher und alleine gelassen gefühlt haben. Deshalb haben wir uns überlegt, wie wir Datenerfassung, -übertragung und Vernetzung, aber auch Wissensvermittlung leichter gestalten können.

3. Wer ist alles im Team und was sind die Aufgaben?
Sandra ist in Elternzeit, ist die Herrin der Zahlen und hat Erfahrung im Bereich Produktmanagement und Einkauf.
Diana ist für die Belange des Marketings und des Performance-Managements der Online-Kanäle verantwortlich.
Maryna und Oleg sind das Herz der Backend- und Frontend-Entwicklung.
Und Michi ist für die übergreifende Produktentwicklung sowie den Vertrieb und Operations verantwortlich. Außerdem unterstützen uns sehr engagierte Professoren der Kindermedizin und ein Netzwerk an Hebammen, dass wir aufgebaut haben.

4. Was habt ihr vor Emiltonia gemacht?
Produktmanagement, Handel, Einkauf, Sales, Unternehmensberatung, Software-Entwicklung – wir haben gemeinsam viele Jahre in unterschiedlichen Funktionen verbracht und kommen aus unterschiedlichen Ländern: Deutschland, Brasilien, Ukraine. Gerade weil unser Hintergrund und die Herkunft so komplementär ist, ergänzen wir uns gut und haben viel Spaß im Team.

5. Wie habt ihr vom Ignition-Programm erfahren?
Der Startplatz in Düsseldorf ist einer der ersten Anlaufpunkte für Gründer und bietet neben günstigen Büroplätzen ein hervorragendes Netzwerk. Nach einem halben Jahr Garagen-Tätigkeit war es uns wichtig, uns in Düsseldorf stärker in ein dynamisches Netzwerk zu integrieren und haben uns im Startplatz eingemietet. Der digihub Düsseldorf ist mit dem Ignition-Programm dort omnipräsent und spricht auch aktiv Gründer an, die sich im Startplatz einmieten.

6. Woran genau arbeitet ihr im Rahmen des Ignition-Programms?
Im Fokus steht die Validierung unseres Geschäftsmodells. Einerseits nutzen wir die Zeit intensiv, um die Probleme unserer Kunden besser kennenzulernen. Andererseits sind wir sehr auf das Testen unserer Hypothesen und Produkte fokussiert. Wir launchen im April 2019 unsere erste vernetzte Babywaage als verkaufsfähigen Prototyp. Auf dem Weg dahin versuchen wir sicherzustellen, dass wir bereits mit den Kernfunktionen, die wir definieren und entwickeln, einen hohen Product-Market-Fit erreichen. Seit November 2017 haben wir bereits eine klassische Babywaage im Verkauf und wir lernen viel über die relevanten Verkaufskanäle und die Wirksamkeit von Online- und Offline-Kampagnen. Hier arbeiten wir gemeinsam mit Growth-Marketing Experten des Ignition-Teams am Aufbau unserer Kompetenz im Bereich Online-Marketing.

7. Was waren bisher die wichtigsten Learnings, die ihr aus der Zeit bei Ignition mitnehmen werdet?
Fokus. Fokus. Fokus.
Vor Start des Ignition-Programms hatten wir viele Ideen und den klassischen Fehler gemacht, unser Geschäftsmodell sehr komplex aufzubauen. Dabei hatten wir aus den Augen verloren, ob die Lösungen, an denen wir arbeiten, wirklich auch Probleme unserer Kunden (junge Eltern von Erstgeborenen sowie Hebammen) lösen. Strukturierte und fokussierte Kundeninterviews mit Eltern und Hebammen, haben uns geholfen, die Probleme besser zu verstehen. Potentielle Lösungen versuchen wir nun konsequent mit einfachen Mitteln zu testen.

8. Wenn ihr einen Wunsch bei einer guten Fee frei hättet, was würdet ihr euch wünschen?
Vereinfachung bei den Fördermöglichkeiten. Es gibt eine Vielzahl an Möglichkeiten, finanzielle Förderungen zu erhalten. Dabei den Überblick zu behalten, ist nicht leicht. Insbesondere staatliche Programme sind oft mit komplizierten Anträgen verbunden und die Mittelverwendung ist häufig sehr eingeschränkt und die Nachweise dazu aufwendig.

9. Wie beurteilt ihr die Startup-Szene in Düsseldorf?
In Düsseldorf entsteht eine starke Dynamik in der Startup-Szene. Als Gründer findet man schnell Anschluss und ist schnell Teil eines funktionierenden Netzwerks. Sowohl städtische als auch privatwirtschaftliche Initiativen fördern dies und schaffen viele Möglichkeiten.

10. Wenn ihr Startups und Gründern noch einen Tipp geben könntet, was wäre das?
Lass dir von deinen Kunden erklären, was sie brauchen. Geh raus und hör ihnen zu. Verkaufe ein Produkt und beobachte sie. Erklär ihnen nicht, was sie aus eurer Sicht brauchen.

Vielen Dank für das Interview!
Schaut euch jetzt auf emiltonia.de um und erfahrt, was das Team und die Produkte, die den Alltag von jungen Eltern und Hebammen erleichtern.