Es ist ein Match! Tipps für eine erfolgreiche Partnerschaft von Startup und Mittelstand

Es hat heftig geknistert, gemeinsame Interessen gibt es viele. Startup und etabliertes Unternehmen wollen gemeinsame Sache machen. Aber wie wird eine Zusammenarbeit erfolgreich? Welche Probleme gilt es zu vermeiden? Wir haben ein paar Tipps für euch, wie aus einem Match eine gute Partnerschaft wird.

Die Kennenlern-Phase: Erwartungen klären, Vertrauen aufbauen
Die Zusammenarbeit mit Startups ist bei großen Unternehmen schon länger en Vogue. Viele Konzerne suchen nach Startups, einfach nur, weil es die Konkurrenz auch tut. Dass das eine problematische Motivation ist, liegt wohl auf der Hand. Das Unternehmen muss sich darüber im Klaren sein, warum genau es mit einem Startup kooperieren will. Sollen neue Technologien erschlossen werden? Neue Produkte entwickelt werden? Soll der Weg in neue Märkte eröffnet werden? Einige Unternehmen nutzen die Kooperationen auch, um potentielle hochqualifizierte Mitarbeiter kennenzulernen oder neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Natürlich kann auch die Suche nach einer Investitionsmöglichkeit eine Motivation sein.

Vor allem in der Management-Etage auf Seiten des etablierten Unternehmens herrscht oft Skepsis und damit geringe Risikobereitschaft, wenn es um Startups geht. Projekte werden dann nicht mit dem Herzblut und den Ressourcen betrieben, die es nötig – und verdient – hätte. Das lähmt auf Dauer auch den Elan bei den sonst so energetischen Neugründern. Bei den ersten Treffen sollte es daher darum gehen, euch gegenseitig kennenzulernen – auch und vor allem auf der menschlichen Ebene. Der Unternehmer muss sichergehen können, dass er es mit zuverlässigen und ehrlichen Startup-Menschen zu tun hat.

Die Arbeitsweisen von Startups und Unternehmen unterscheiden sich stark. Ein Unternehmen ist selten so flexibel wie ein Startup, Entscheidungen müssen meist durch mehrere Abteilungen getragen werden und dauern ihre Zeit. Hier sind kleine und mittlere Unternehmen gegenüber großen Konzernen im Vorteil. Je kleiner ein Unternehmen, desto näher kommen sich die Arbeitsweisen und die Zusammenarbeit mit einem Startup verläuft meist reibungsloser. In jedem Fall sollten beide Seiten sich über mögliche Unterschiede im Klaren sein und Verständnis füreinander aufbringen.

Hat ein Unternehmen noch gar keine Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Startups, kann eine unverfängliche Zusammenarbeit auch erstmal „nur“ im Bereitstellen von technischem Equipment und anderen Ressourcen bestehen. In kleinen Schritten könnt ihr euch so annähern und eventuell eine Partnerschaft eingehen, für das das Unternehmen mehr Risiko einzugehen bereit ist.

Es wird ernst: Absprachen treffen, Ziele definieren
Kommt es zu einer Zusammenarbeit ist es ratsam, möglichst viel im Vorfeld zu klären. Im Unternehmen sollten direkte Ansprechpartner definiert werden. Mitarbeiter, die offen sind, unternehmerisch denken und einen guten Draht zum Management haben, sind dafür am besten geeignet. Auch im Startup-Team sollten die Rollen in Bezug auf die Kooperation klar verteilt sein.

Die konkreten Ziele müssen von Anfang an klar formuliert werden. Diese Ziele sollten überprüfbar sein, zum Beispiel anhand von Zahlen. Meilensteine, zu denen beide Seiten sich erneut zusammensetzen, helfen dabei mögliche Probleme schnell zu erkennen und zu beheben. Um die Ziele nicht aus den Augen zu verlieren, sollte der Projektverlauf auf beiden Seiten dokumentiert werden – auch um die Erfahrungen für eventuelle spätere Kooperationen festzuhalten. Nicht zu vergessen ist auch, einen klaren Projektrahmen zu definieren. Legt einen Zeitrahmen und ein Budget fest. Klärt auch, welche Schritte gemacht werden sollten, wenn eines davon droht nicht eingehalten werden zu können.

Damit das Vertrauen im Projektverlauf nicht leidet, sollten beide Seiten transparent über den Stand des Projekts bleiben. Von Startup-Seite sollten die Arbeitsschritte erklärt werden, das Unternehmen sollte realistisch formulieren, was das Startup von der Kooperation erwarten darf. Läuft etwas nicht nach Plan oder bahnt sich ein Konflikt an, sprecht es direkt und offen an.

Das glückliche Ende: Voneinander lernen
Ist ein Projekt beendet, lohnt es sich, wenn beide Parteien sich erneut zusammensetzen und die gemachten Erfahrungen austauschen. Besteht Interesse an einer erneuten Projektkooperation oder soll gar eine längerfristige Partnerschaft angestrebt werden? Dann sprecht darüber, was ihr voneinander gelernt habt, was gut gelaufen ist und was beim nächsten Mal besser laufen könnte.

10 Tipps für eine erfolgreiche Zusammenarbeit von Startup und Mittelstand
Wir haben die Tipps zum Besser-Merken kurz zusammengefasst:

  1. Baut Vertrauen auf.
  2. Habt Verständnis füreinander.
  3. Macht zunächst kleine Schritte.
  4. Definiert Ansprechpartner.
  5. Legt Ziele und Meilensteine fest.
  6. Legt einen Zeitraum und ein Budget fest.
  7. Macht die Ziele überprüfbar.
  8. Haltet den Projektverlauf fest.
  9. Bleibt transparent.
  10. Profitiert voneinander.