Erfolgsfaktor Team: Den perfekten Mitarbeiter finden

Sobald dein Startup wächst, wird auch die Arbeit mehr und vielfältiger – du musst die ersten Mitarbeiter einstellen. Aber wie findet man passende Teammitglieder?

Der perfekte Mitarbeiter
Gut ausgebildete Menschen sind auch meistens teuer. Daher können sich Startups oft nicht die fachlich am besten passenden Kandidaten aussuchen. Die perfekten Teammitglieder besitzen neben fachlicher Kompetenz aber auch und vor allem persönliche Skills – diese sind in Startups oft noch wichtiger als in traditionellen Unternehmen. Startup-Mitarbeiter müssen noch mehr und schneller selbstständig arbeiten können, sie müssen Probleme erkennen und lösen, bevor sie entstehen und besonders flexibel müssen sie auch sein.

Ein Startup-Mitarbeiter ist nicht nur Angestellter, sondern immer auch Unternehmer. Er muss an die Idee glauben und meist einen großen Einsatz dafür bringen. Nicht zuletzt, weil auch die Bezahlung geringer ausfällt. Für den Verzicht auf Sicherheit und Planbarkeit entschädigen Startups jedoch mit einer Reihe von Benefits: Homeoffice, flexible Arbeitszeiten, schnelle Aufstiegsmöglichkeiten, Freiraum, sich auszuprobieren, Teamevents, Partys und einen Kickertisch im Office.

Fehler bei der Personalsuche
Das Gründungsteam sollte sich schon früh überlegen, wenn es noch halbwegs ruhig zugeht, welche Kompetenzen sie für ihr Unternehmen brauchen. Wenn alles dann Schlag auf Schlag kommt, kann es schnell reagieren und weiß, was ihr Unternehmen braucht. Sonst wird aus Zeitnot ein unpassender Mitarbeiter eingestellt – was die Entwicklung des Unternehmens stören kann.

Oft greifen Gründer auf Freunde und Verwandte als Mitarbeiter zurück. Die mag man und man weiß, auf wen man sich einlässt. Aber Achtung: Eine Freundschaft ist keine Garantie, dass man auch als Kollegen oder schlimmer noch als Chef und Mitarbeiter gut funktioniert. Aus Angst, die Beziehungsebene zu gefährden, werden Probleme nicht angesprochen. Auf Dauer schadet das nicht nur der Beziehung, sondern dem ganzen Unternehmen.

Fachkraft oder Allrounder?
In der Anfangsphase ist es häufig so, dass alle alles machen: Produktentwicklung, Marketing- und Pressearbeit, Finanzen ... Da sind Leute gefragt, die alles ein bisschen können und flexibel genug sind, sich regelmäßig auf neue Aufgaben einzustellen. Eine Fachkraft könnte damit überfordert sein. Dem Finanzprofi liegt es eben nicht, die Social-Media-Kanäle zu betreuen. Sein Einsatz ist in einer späteren Wachstumsphase gefragt, wenn die Aufgaben klar umrissen sind und es darum geht, das Unternehmen zu professionalisieren. Sei dir bei jeder Stellenausschreibung bewusst darüber, ob du gerade einen Allrounder oder eine Fachkraft brauchst.

Professionelles Recruitment
Die Mitarbeitersuche sollte professionell und proaktiv angegangen werden. Auf welchen Plattformen tummeln sich potentielle Kandidaten: Facebook, Xing oder Linkedin? Welche Jobportale sind passend? Auch auf Veranstaltungen kannst du Ausschau halten. Frage in deinem professionellen Umfeld nach Empfehlungen.

Bei einem Vorstellungsgespräch kommt es auch darauf an, dass du als Interviewer die richtigen Fragen stellst. Die fachliche Expertise abzufragen ist dabei das Leichteste. Hier reicht meist ein Blick in den Lebenslauf. Bei den persönlichen Skills, der Problemlösefähigkeit, der Flexibilität und den Werten, wird es schon etwas schwieriger.

Selten hat man Zeit, Personal und Geld für ausführliche Persönlichkeitstest. Besser ist es, die Fragen im Vorstellungsgespräch geschickt zu formulieren. Experten raten dazu, Fragen in Bezug auf Soft Skills immer auf die Vergangenheit und nie auf die Zukunft zu beziehen. Frage nicht „Was würdest du tun, wenn es einen Konflikt im Team gibt?“, sondern „Hast du schonmal erlebt, dass es in einem Team gekriselt hat? Wie hast du dich verhalten?“. Formuliere für jedes Soft Skill, dass dir wichtig ist, eine passende Frage.

Ob ein Mitarbeiter wirklich passt, zeigt sich meist erst nach einer Zeit. Die Probezeit dient dazu, dass der neue Kollege und du prüfen könnt, ob ihr wirklich zusammenpasst.