Das Internet der Dinge: Bald ist alles smart

Eines der beliebtesten Schlagwörter im Bereich des Digitalen der letzten Jahre ist sicherlich „Internet der Dinge“, oder „Internet of Things“ kurz IoT. Jeder hat es schon einmal gehört, aber was genau steckt eigentlich dahinter?

Geräte, die miteinander kommunizieren

„Internet der Dinge“ – Das klingt für Laien nahezu mystisch und vielleicht etwas absurd, nach einer parallelen Sphäre, in der die Dinge unabhängig vom Menschen im Internet surfen. Was albern klingt, ist jedoch gar nicht so falsch. Der Begriff „Internet der Dinge“ beschreibt eine Vision des Internets, in der nicht mehr nur der Computer mit dem Netz verbunden ist, sondern alle möglichen Dinge – der Fernseher, die Waschmaschine, die Heizungsanlage, die Maschine in der Fertigungshalle ... Die vernetzen Dinge tauschen Daten miteinander aus, die sie in der physischen Umgebung sammeln. Außerdem können sie Befehle entgegennehmen, was sie bei einer bestimmten Datenlage zu tun haben.

Die Geräte werden mit künstlicher Intelligenz ausgestattet, sie werden „smart“. Man spricht daher auch von „Smart Devices“. Funktioniert ein ganzer Haushalt oder eine ganze Stadt über vernetzte Geräte, spricht man von „Smart Home“ und „Smart City“. Die Vernetzungsrevolution in der Industrie wird mit dem Schlagwort „Industrie 4.0“ bezeichnet. „Smart Health“ ist das Stichwort, wenn es um das Gesundheitswesen geht. Smart Devices, die am Körper getragen werden wie Fitnessuhren, werden „Wearable“ genannt.

Technische Voraussetzungen

Wie eine Internetseite hat jedes Ding eine eigene Adresse. Über die kann es von anderen Geräten angesteuert werden. So können die Geräte miteinander kommunizieren und mit oder ohne das Zutun eines Menschen Aktionen auslösen. Sensoren und Chips sammeln die Daten aus der Umgebung. Alle Daten werden in der Cloud gesammelt.

Neben der direkten Verbindung über das Internet kommt auch RFID-Technologie zum Einsatz. Die Abkürzung steht für „radio-frequency identification”, „Identifizierung mithilfe elektromagnetischer Wellen“. Die Technologie dient der eindeutigen Identifizierung eines Gegenstandes. In einem Chip sind die indivduellen Daten gespeichert, ein Lesegerät entschlüsselt die Daten und erkennt das Gerät. So lassen sich viele Prozesse automatisieren: Sicherheits- und Einlasskontrollen, die Verfolgung von Warenströmungen, die Identifizierung von Personen oder Tieren, Müllentsorgung uvm.

Grundvoraussetzung für das IoT ist eine stabile und schnelle Internetverbindung. Vor allem bei der Entwicklung smarter Städte ist ein flächendeckender, kabelloser Zugang zum Internet unabdingbar.

Komfortabler, günstiger, umweltfreundlicher: Die Chancen der Vernetzung

Je nach Bereich, in dem die vernetzten Geräte eingesetzt werden, erfüllen sie einen anderen Nutzen. Im privaten Bereich machen sie den Alltag komfortabler. Der Drucker meldet automatisch, wenn die Tinte leer ist, informiert den Besitzer und leitet ihn zum Bestellformular auf der Internetseite des Herstellers. Die Waschmaschine bestellt Waschmittel im Online-Shop nach. Die Heizung kann vom Büro aus per App gesteuert werden. Vorbei sind die Zeiten, in denen unvorhergesehen an einem Sonntag die Milch leer ist. Und was früher Minuten und Stunden in Anspruch genommen hat, geht so mit nur einem Klick – oder ganz automatisch.

Im industriellen Bereich sorgen die Geräte dafür, dass Prozesse kostengünstiger und sicherer durchgeführt werden. Beispielsweise melden die Sensoren einer Maschine, wenn ein Defekt droht – die Kosten für die Wartung entfallen und die Fehlfunktion, die wahrscheinlich weitere Kosten verursacht hätte, wird abgewendet.

Auch im öffentlichen Sektor sparen intelligente Geräte Kosten ein. Der öffentliche Mülleimer sendet ein Signal, wenn er voll ist – die Müllabfuhr muss keine unnötigen Wege mehr fahren. Straßenlaternen schalten sich automatisch ein und aus, sobald ein bestimmter Helligkeitsgrad erreicht ist.

Große Vorteile bietet die Technologie im Bereich Gesundheit und Medizin: Zum Beispiel können Gesundheitsdaten des Patienten über mobile Geräte wie Armbanduhren automatisch überwacht werden. Eine App auf dem Gerät des Arztes schlägt Alarm, wenn sie einen kritischen Wert erreichen – ständige Untersuchungen werden unnötig. Stürzt ein älterer Mensch, sendet der Sturzsensor seiner Armbanduhr ein Alarmsignal an das nächstgelegene Krankenhaus. Hier sorgen die vernetzten Geräte dafür, dass Pflegebedürftige länger autonom in den eigenen vier Wänden leben können.

Hohe Anforderung an die IT-Sicherheit

Das Netz der Geräte ist sensibel und durch Angriffe von außen gefährdet. Es besteht die Gefahr, dass Unbefugte sich Zugang verschaffen und im schlimmsten Fall die Kontrolle über die Geräte erlangen. Der smarte Fernseher könnte zum Beispiel dazu missbraucht werden, unbemerkt das Wohnzimmer zu überwachen.

Auch die gesammelten Daten können in die Hände von Kriminellen gelangen. Daher ist ein Schutz durch Firewalls und Co. ein zentraler Bestandteil des IoT. Bei der privaten Nutzung intelligenter Geräte sollten die Daten nicht auf dem Gerät direkt, sondern in einer sicheren Cloud oder einer externen Festplatte gespeichert werden. Außerdem sollte das Passwort regelmäßig geändert werden.

Das ist die Zukunft!

Experten gehen davon aus, dass in zwei Jahren schon mehr als zwanzig Milliarden Geräte vernetzt sein werden. Aktuell entdecken immer mehr Branchen und Hersteller das Internet der Dinge für sich. Durch die neu entstehenden Datenansammlungen in der Cloud ergeben sich neue Geschäftsfelder. Im Zuge der Digitalisierung ist dies ein wichtiger Schritt, da Firmen das wirtschaftliche Potential für sich erkennen und die Digitalisierung im eigenen Haus vorantreiben.

Gerade in diesem Feld ergeben sich oft gewinnbringende Kooperationen zwischen etablierten mittelständischen Unternehmen und Startups. Der Mittelständler verfügt über die Erfahrung mit dem klassischen Produkt und der Zielgruppe. Das Startup hat das Know-how im Bereich der digitalen Entwicklung sowie der IoT-Technologien.

Beispiele für IoT-Startups aus Düsseldorf

aconno.de hat ein Board entwickelt, das Unternehmen bei der Produktion smarter Devices hilft.
ioxlab.de: Das Startup entwickelt smarte Prototypen für Unternehmen.
180-grad.de: Smarte Lösungen zur Einbruchabwehr, Überfallschutz und Brandfrüherkennung bietet dieses Startup.
petfindu.com: Über einen QR-Code am Hundehalsband können entlaufene Tiere schnell identifiziert und zu ihrem Besitzer zurückgebracht werden.

Weitere Startups aus dem Bereich IoT stellen sich beim Digital Demo Day vor.