Nicht nur für Superhelden und Spiele-Nerds

Wenn Iron Man sich die Welt anschaut, sieht er mehr als normale Menschen. Seine Maske zeigt ihm in bunt leuchtenden Farben und in 3D die Position seiner Feinde an, Raumpläne, seinen Gesundheitszustand ... kurz: Sie zeigt ihm eine erweiterte Realität, die es ihm leichter macht, das Böse in der Welt zu bekämpfen. Was im Film nach Superhelden-Gadget aussieht, ist tatsächlich eine technische Entwicklung, die auch normale Menschen nutzen können.

Was ist Augmented Reality?

Von Augmented Reality (AR), also „Erweiterter Realität“ spricht man, wenn die menschliche Wahrnehmung mittels Computertechnik durch fiktive Sinneseindrücke ergänzt wird. Beispiel: Du schaust dir durch dein Smartphone die Straßenecke an und siehst auf dem Bildschirm einen Pokémon, der „in echt“ gar nicht da ist. Meistens sind es visuelle Elemente, theoretisch könnten es aber auch Geräusche sein oder andere Sinneseindrücke.

Was ist der Unterschied zur Virtual Reality?

Im Unterschied zur Augmented Reality, bei dem die echte Welt durch virtuelle Elemente ergänzt wird, ist die Virtual Reality ein vollständiges virtuelles Konstrukt. Bekannt wurde die Virtual Reality schon vor circa 15 Jahren durch das Online-3D-Spiel „Second Life“, in dem sich die Benutzer als Avatare durch virtuelle Welten bewegen und dort theoretisch ein zweites Leben neben ihrem „echten“ führen können.

Heute sorgen VR-Brillen für einen neuen Virtual-Reality-Trend. Die Brille zeigt dem Träger einen dreidimensionalen virtuellen Raum. Bewegt sich der Brillenträger, verändert sich das Bild wie in einem echten Raum.

Technische Voraussetzungen für die erweiterte Realität

Theoretisch kann jeder, der ein Smartphone oder Tablet besitzt, in den Genuss einer „Realität plus“ kommen. Mittels Kamera wird die Umgebung aufgenommen und die virutellen Elemente positioniert. Das GPS-Trecking ermöglicht, den Standort eines Elements genau festzulegen.

Es gibt auch ein paar AR-Brillen auf dem aktuell jedoch nicht stark umkämpften Markt. Google hat die Produktion von Google Glass wieder eingestellt, der Nachfolger der Microsoft HoloLens soll erst 2019 erscheinen.

Wo wird Augmented Reality eingesetzt?

Die Einsatzmöglichkeiten reichen von bloßen Spielereien für Smartphone-Nutzer über die industrielle Nutzung bis hin zu gesellschaftlich relevanten Maßnahmen bei der Polizei. Hier ein paar Beispiele:

  • Computerspiele: Die meisten kennen AR aus dem Computerspiele-Bereich. Pokémon Go ist vermutlich das bekannteste Game, welches auch Nicht-Zockern ein Begriff sein wird, bei dem AR eingesetzt wird. Die Augmented Reality ermöglicht ein intensiveres Spieleerlebnis, bei dem Realität und Spielewelt miteinander verschwimmen.

  • Fernsehen: ProSieben testet im November 2017 die virtuelle Erweiterung von Fernsehsendungen. Der Zuschauer muss nur eine App installieren. Mittels eines weißen Rahmens um das Fernsehbild erkennt die App den Fernseher und ermittelt, an welcher Stelle der Sendung der Zuschauer sich befindet. Dann werden auf dem Smartphone Zusatzinfos zu Sprechern und Hintergrundmusik, Quizze zum Sendungsinhalt und vieles mehr eingeblendet.

  • E-Commerce: Schon vor dem Kauf sehen, wie das neue Sofa im Wohnzimmer steht – mit Augmented Reality lassen sich Produkte virtuell in der Wohnung positionieren, virtuelle Brillen aufsetzen oder Pixel-Kleider anziehen. Andersherum funkioniert es auch: Im Laden zeigen virtuelle Schilder Sonderangebote oder ähnliches an.

  • Feuerwehr & Polizeiarbeit: Während eines Einsatzes übermitteln AR-Brillen den Polizisten Hintergrundinformationen zu Verdächtigen, den Feuerwehrmännern Gebäudepläne oder die Positionen der Brandherde.

  • Industrie: Mithilfe von AR lässt sich vor dem Einbauen prüfen, ob ein Teil in die Karosserie des Autos passt. Beim Autofahren ermöglicht eine AR-Brille dem Fahrer, durch die Autoteile hindurchzuschauen und soll so für mehr Verkehrssicherheit sorgen und das Einparken erleichtern.

  • Medizin: Ärtze können dank AR-Brille während einer Operation einen Blick auf die Röntgenbilder des Patienten werfen oder durch eine 3D-Projektion des Körpers minimal invasive Eingriffe leichter durchführen.

Wie bewerten Fachleute den Trend?

Experten sagen der Augemted Reality eine große Zukunft voraus, vor allem in Verbinung mit AR-Brillen. Durch die Brille werden Maus und Tastatur bald obsolet, die Hände sind frei für andere Tätigkeiten. Der Markt ist noch recht übersichtlich, es haben sich noch keine großen Player herausgebildet. Das Potential der Augemted Reality für den kommerziellen Sektor haben viele noch gar nicht erkannt. Aber auch im privaten Bereich bietet die AR noch ungeahnte Möglichkeiten.